EurasiaMUN 2010

Two Continents. One Conference.

Vom 12. bis 16.Mai 2010 nahm eine siebenköpfige Delegation der TU München an der EurasiaMUN in Passau teil, die unter dem Motto stand:

Two Continents. One Conference.

Warum sagt gerade dieser Slogan so viel über den Charakter der Veranstaltung aus?

Zu aller Erst wird die Konferenz, die dieses Jahr zum zweiten Mal ausgerichtet wurde, in deutsch-pakistanischer Kooperation organisiert. Auf der einen Seite die deutschen Gastgeber an der Universität Passau und auf der anderen Seite die inhaltlichen Organisatoren der Model United Nations Society of Lahore University, Pakistan. Dieser Fokus auf europäisch-asiatischer Zusammenarbeit wurde auch konsequent bei der Wahl der Komitees aufrecht erhalten, die sich primär auf Problemfelder bezogen, die den Großraum Eurasien betreffen. So erklärt sich auch die Wahl einiger Simulationen, die außerhalb des institutionellen Rahmens der Vereinten Nationen liegen, wie z.B. das ASEAN Regional Forum.

Insgesamt brachte die Konferenz 150 Studenten aus der ganzen Welt in die Donaustadt. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass ein Großteil der Teilnehmer aus Pakistan oder dem indischen Subkontinent kamen, was zwar zwangsläufig dazu führte, dass das ein oder andere Tischgespräch brisante Themen wie den Kaschmir-Konflikt oder die Mumbai Attentate aufwarf, aber unterm Strich das gegenseitige Verständnis auf beiden Seiten verbesserte.

Wir – als Delegation der TU München – hatten das besondere Privileg Indien und Pakistan im ASEAN Regional Forum, in DISEC und im CCPCJ zu vertreten. Besonders gute Vorbereitung hatte deshalb höchste Priorität, weil anderenfalls unser Unwissen sehr schnell den pakistanischen Chairs aufgefallen wäre! Der große Vorteil an dieser Konstellation war jedoch, dass man immer Informationen aus erster Hand zur Verfügung hatte und sogar ein bisschen Urdu und Hindi lernen konnte.

Nach drei Tagen Konferenz hatten die Organisatoren noch eine Überraschung für uns auf Lager: Nachdem uns die Nachricht erreichte, dass ein Anschlag bei den Commonwealth Games in Delhi von einer pakistanischen Terrororganisation verübt wurde, war Fingerspitzengefühl gefragt eine Eskalation des Konflikts zu verhindern. Dazu wurden Vertreter aus allen Komitees zusammengerufen und stetig mit neusten Informationen von Reuters und den eigenen Regierungen gefüttert. Persönlich war es für mich ein sehr ungewöhnliches Gefühl, dass eine meiner Kommilitonin (indische Delegierte) mir (pakistanischer Delegierter) mit einem nuklearen Erstschlag drohte, wenn ich nicht sofort die Täter ausliefern würde!

Nachdem diese Bedrohung zum Glück abgewendet werden konnte, hatten wir die Gelegenheit uns abends auf einer Bootsfahrt auf der Donau zu erholen. Das Grußwort der Ausrichter im Delegate Guidebook endet mit den Worten

Looking forward to continue the conversation in Passau!

Dieses wird auch sicherlich im nächsten Jahr eine Delegation der TU München auf der EurasiaMUN 2011 tun!