WorldMUN Den Haag 2009

Mit etwa 2400 teilnehmenden Delegierten von 275 Universitäten aus 53 verschiedenen Ländern war die Harvard WorldMUN 2009 in Den Haag wohl eine der größten WorldMUN Konferenzen überhaupt. Mit dabei waren wir neun Studenten der Technischen Universität München und unser Faculty Advisor, Alexander Heinz, mit dem klaren Ziel, die Interessen des Libanons so realitätsgetreu wie möglich zu vertreten.

Die Vorbereitung dazu hatte schon neun Monate vorher begonnen. Bei wöchentlichen Treffen verbrachten wir zunächst viel Arbeit mit organisatorischen Problemen. Auf mehreren Wochenendseminaren simulierten wir dann aber auch kleinere Konferenzen, übten unsere Rhetorikfähigkeiten und referierten und diskutierten über die UN im Allgemeinen und den Libanon im Speziellen. Ein kleiner Teil des Teams reiste im Februar auch nach Berlin um dort den Konsul der libanesischen Botschaft zu treffen. Der inspirierte uns mit seiner Begeisterung für das kleine aber  vielfältige Land. Er lehrte uns aber auch, dass unsere inhaltliche Vorbereitung bisher zwar faktisch sehr gut gewesen war, dass die libanesische Politik aber doch meistens darauf beruhe, gar keine Politik zu machen. Dies sei der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die politischen GrupDer internationale Strafgerichtshof (ICC)pierungen und Kräfte einigen könnten. Spätestens da begriffen wir, dass die Vertretung libanesischer Interessen in den simulierten Vereinten Nationen eine besondere Herausforderung werden würde.

Ausrichtungsort der WorldMUN 2009 war das Konferenzzentrum World Forum in Den Haag, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, der Organisation für das Verbot chemischer Waffen und nur wenige Straßen vom Internationalen Strafgerichtshof entfernt. Die Besuche während der Konferenz in diesen Institutionen ließen unsere UN begeisterte Herzen höher schlagen. Dass nur einen Tag nach Ende der Konferenz Hillary Clinton auf der anschließenden Afghanistankonferenz im gleichen Saal, am selben Mikrofon, über ganz ähnliche Themen sprach, über die wir fast eine Woche lang debattiert hatten, ließ uns spüren, wie nahe wir der realen internationalen Politik gekommen waren.

Themen wie „Ethno-In unmoderated caucusnationalist and separatist terrorism in the 21st century“ im Disarmament and Security Council (DISEC), „Ethnic barriers to immigration to Europe“ im Social, Humanitarian and Cultural Affairs Council (SOCHUM) und “Water scarcity in the Middle East” in der “World Health Organization” (WHO) waren nur drei  Bereiche, in denen wir als libanesische Diplomaten Lösungsvorschläge einbrachten oder als Vermittler zwischen arabischen und westlichen Kräften fungierten. So schaffte es zum Beispiel unsere Delegierte in der WHO entscheidende Paragraphen zur Desertifikation in die finale Resolution einzubringen.

Das Gastgeberteam hatte sich neben einer Reihe ausgelassener Social Events am Abend und einigen höchstinteressanten Besuchen bei den umliegenden internationalen Institutionen auch Events, wie „Drinks for Diplomacy“ ausgedacht. Einer unserer Delegierten hatte dabei die Gelegenheit in direkten Gesprächen Eind"It's not about money, it's about friendship!"rücke aus erster Hand von Diplomaten verschiedenster Länder zu bekommen und Fragen zu stellen.

Auch außerhalb der Konferenzräume identifizierten wir uns überdurchschnittlich mit unserem zu vertretenden Land. Der Austausch mit echten libanesischen Studenten über die aktuelle Situation im Libanon, libanesische Popmusik und schließlich der Besuch eines libanesischen Restaurants in Amsterdam, der Dank der Arabischkenntnisse zweier DelegationThe Delegation of Lebanonsmitglieder nach einer längeren Diskussion auf vier verschiedenen Sprachen mit sämtlichen Familienmitglieder, doch mit einem exzellenten Essen, der Darbietung einer Bauchtänzerin und einem gemeinsamen Familienfoto endete, machten die WorldMUN  für uns einzigartig. Die libanesische Lebenseinstellung blieb uns besonders eindrücklich durch die Aussage des Wirts: „It’s not about money, it’s about friendship“ in Erinnerung. Zurück in München hängten wir unsere libanesische Flagge in unseren Zimmern auf, lasen die Zeitungen mit ganz anderen Augen und fanden zum Beispiel schnell heraus, dass es regelmäßige libanesische Filmabende in München gibt.

 

Weitere Informationen zur WorldMUN in Den Haag 2009:

Delegates | Sarah Abelen, Nicholas Alt, Mahmoud Badr, Yvonne Boose, Sebastian Carter,
Leila Eppler, Daniel Jahn (Head Delegate), Jean-Luc Rippinger, Ellena Schubert, David Wehner
Faculty Advisor | Alexander Heinz